Die Achterbahnfahrt, sportlich wie auch fantechnisch geht für uns weiter. Nachdem wir beim ersten Remis der Saison in Kapfenberg gerade einmal drei Leute waren (und der Fetzen nicht hängte) und spieltags darauf auch gegen die Innsbrucker daheim nur zu einem Punkt kamen, gipfelte unsere Negativserie zumindest fantechnisch in der Europacuppartie auswärts gegen ZSKA Sofia, wo kein einziges Kreidl mit war. Da schauten wir lieber zuhause in geselliger Runde frei nach dem Motto „Soda und Pizza statt Sofia und Kamenitza“. Sportlich ging’s wenigstens ein bisserl bergauf - 2:0 in der Fremde gewonnen, der erste Auswärtssieg auf internationalem Parkett seit dem Jahre Schnee.
Zurück in der Liga, aber wieder das gewohnte Bild, nur drei Kreidln harrten im Nieselwetter von Wiener Neustadt aus und beobachteten ein fades 1:1. VoH schied bereits in der Anfangsviertelstunde verletzt aus und wird uns noch die nächsten Wochen wegen eines Muskelfasserrisses fehlen. Dennoch erzielte Katzer mit seinem rechten Standbein wunderschön per Volley die Führung. Der Ausgleich kam aber prompt per Elfmeter. Und wäre das Elferfoul für den jungen Kayhan nicht schon genug gewesen, sah der kurz nach Seitenwechsel auch noch gelb-rot. In der Folge beschränkte sich das Rapid-Spiel auf die Defensive um den Punkt zu halten; erst nachdem Wolf Minuten vor dem Schlusspfiff durch seinen Ausschluss wieder auf Zehn-gegen-Zehn stellte, machte Rapid wieder etwas Druck, der aber zu spät kam.
Außerhalb des Stadions wurden die letzten zwei Wochen mit einem durchaus erfolgreichen Casinobesuch abgerundet. Wobei wir schon Tage zuvor in der Kärntner Straße standen, wegen unserer Mörderpanier aber auf Roulette und Black Jack verzichteten.
Mehr als der ein oder andere Verlust im Casino, schmerzt der Verlust des Capitanos, der zumindest auch noch Donnerstag gegen ZSKA fehlen wird. Und so war gestern, Sonntag, ohne VoH, Kayhan und SHFG der große Tag, das Spiel gegen die Dosen. Die Kreidln, hochmotiviert, und in einer Anzahl wie schon lange nicht mehr, anwesend. Ursprünglich war der Kreidlbus mit acht Mann voll, wegen gesundheitlicher Probleme bzw. familiärer Querelen mussten kurzfristig jedoch zwei Mann absagen. Aber auch zu sechst, von denen in Kreidl-Manier gerade mal zwei eine Karte hatten, entwickelte sich eine geschmeidige Fahrt; der Kreidlbus in Höchstform! So waren wir gegen allen Erwartungen bereits zwei Stunden vor Anpfiff vor dem Stadion. Bevor wir aber dem „Red-Bull-Dorf“ unseren traditionellen Besuch abstatteten, interessierte uns der offene Eingang zu den Räumlichkeiten der Dosen-Marketingabteilung mehr. Und so standen wir plötzlich in den Katakomben des Stadions, unter einer der Längstribünen. Dass uns plötzlich die Blase drückte und sich der Urin seinen Weg ins Freie genau in jenem Moment bahnte, glich einem Geschenk Gottes. Im Sektor minimierte sich unsere Zahl auf nur mehr zwei. Der Rest, eben die Kartenlosen, mussten sich mit Plätzen im zweiten Rang begnügen. Im Nachhinein geht noch ein Dankeschön an den Seba von den Ultras Rapid, der uns, unerfahrenen Fohlen, bei der Einlasskontrolle mit dem Fetzen unterstützte! Im Block wurde unser Stoff am linken Rand positioniert, wo dann auch gleich unser Duo stehen blieb. Eine nette Choreo von den Tornados leitete die Partie schließlich ein (besonders viel Freude bereiteten die Plastikfähnchen); nachdem die Kreatur mit der Nummer Sieben aber zum 1:0 für die Dosen einschoss, befürchtete, zumindest der Autor, gar eine Blamage im Anrollen. Gesanglich war unsere Leistung nicht schlecht, wobei sich die Leistung der Defensive Halloween anpasste: Erschreckend. In Fortdauer des Spiels war Rapid aber tonangebend und drückte auf den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel noch mehr. Dann folgte Trimmels Schwalbe und ein herber Aufschrei. Leider aber kein Elfmeter. Schließlich war es Heikkinen per Kopf, der den Ausgleich doch noch herstellte und einen verdienten Punkt ins Trockene rettete. Nach Schlusspfiff chillten wir noch etwas am Parkplatz, die einen liegend am Busdach, die anderen einen alten Piefken stellend, der mit seinem Mercedes meinte, er müsse nicht im Stau stehen und ehrlich gesagt so wirkte als hätte er doch schon das eine oder andere Achterl intus. Den restlichen Heimweg in die wunderschönste Stadt der Welt vertrieben wir uns mit einem Welche-Rapid-Spieler-hast-du-aktiv-gesehen-aufzählen, wobei so Größen wie Gerhard Poschner, Saoud Fath, Günter Schießwald oder Angelo Vier für einiges Gelächter sorgten.
Posts mit dem Label Wr. Neustadt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wr. Neustadt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 1. November 2010
Montag, 26. Juli 2010
Ohne Worte
Zyniker würden gegenüber dem 0:4 in Innsbruck einen Aufwärtstrend erkennen: Weniger Tore bekommen, mehr geschossen, keine Verletzten, Hofmann wieder fit. Ich werde an dieser Stelle keine detaillierte Kritik schreiben, da ich mir denke, dass so ziemlich jeder am Platz sein schlechtest mögliches präsentiert hat. Hofmann mit Abstrichen noch bester Mann, der einem ja schon fast Leid tun muss. Das aufgebotene System mit zwei Sechsern dürfte nun auch der Vergangenheit angehören. Dabei möchte ich es eigentlich auch belassen. Ich warne lediglich vor Schnellschüssen in der Personalpolitik. In diesem Sinne freue ich mich dennoch auf die Auswärtsfahrt ins bulgarische Sofia. Gruppo Kreidl und The English Crew werden, wie schon in Marijampole, nur durch einen One-man-squad vertreten sein, unsere Rapid wird aber entgegen des Negativlaufs dennoch drei Punkte in die schönste Stadt der Welt mit heimbringen. Rapid - jetzt mehr denn je!
Montag, 19. April 2010
Heit bin i wieda fett wie ein Radierer
Für das Spiel konnten sich nur wenige auf den Rängen des Hanappi motivieren. Nach dem Remis gegen den LASK hatten die Dosen bereits einen geschmeidigen Acht-Punkte-Polster, so waren einzelne Leute darauf bedacht lieber drei Flaschen Wein zu kippen. Die Mannschaft agierte im Gegensatz zur Westtribüne aber aggressiver und konnte in Minute Zweiundzwanzig in Führung gehen. Neustadt hatte wenig entgegenzusetzen, lediglich Wolf machte unsere linke Abwehrseite mit Thonhofer ein ums andere Mal auf, gelang es allerdings nie die Angriffe erfolgreich abzuschließen. In der zweiten Halbzeit konnte Rapid weiter befreit aufspielen und baute den Vorsprung durch Tore von Hofmann und wieder Jelavic auf 3:0 aus. Johanas Platzverweis rundete die neunzig Minuten ab. Und weil keiner unserer Runde motiviert war in einem Club Mädels in Kleid respektive Lack-und-Leder zu bewundern, gab man sich beim Türken, im Casablanca und nach Mitternacht noch beim Würstelstandl die Ehre auf ein Bier. Nachdem in der gesamten U4-Garnitur Austropop-Klassiker zum Besten gegeben wurden.
Montag, 22. Februar 2010
„Was ist aus uns geworden?!“
Ein leidenschaftlicher Pogo, der beinahe zehn Minuten dauerte, ließ das Spiel beginnen. Dann segelte eine Flanke von links in den Sechzehner, Gartler nimmt sich die Frucht locker an und schiebt sie zum 1:0 ins linke untere Eck. Die Blamage von vor einer Woche interessiert zu dem Zeitpunkt keinen mehr. Bis wenige Minuten später die Neustädter nach einem Stellungsfehler in unserer Abwehr prompt den Ausgleich erzielen. Zu meinem Glück verdecken Fahnen und Doppelhalter die Sicht, sodass ich nichts von all dem mitbekommen muss. Wie fast über die gesamte Dauer des Spiels. Wenige Momente nach der Pause staubt Trimmel zur erneuten Führung ab, und leichte Hoffnung keimt auf. Jetzt muss doch was gehen! Im Spiel nach vorne geht aber wenig. Vielleicht auch weil unser Rechtsverteidiger Dober, ja Dober(!), mehr Ballkontakte hat als unser Spielmacher Hofmann. Schließlich spielen die Gastgeber ihren Stürmer Aigner gekonnt in Szene (wobei das auch nicht schwierig ist, wenn unsere Innenverteidiger null Antizipationsverhalten zeigen) und der trifft zum erneuten Ausgleich. Auch dieses Tor bleibt mir erspart, den Fahnen vor mir sei Dank. In den letzten Minuten bestimmen wir dann endlich das Spiel; auch nur weil sich Neustadt einigelt und das Remis halten möchte. Die zahlreichen Flankenmöglichkeiten aus dem Halbfeld werden leichtfertig vergeben; und der absolute Höhepunkt gipfelt in der letzten Minute als unsere Nummer Dreiundzwanzig aus fünfunddreißig Metern tatsächlich einen Torschuss wagt.
Was mit einem grandiosen Freudentanz begann, mündet wie schon letzten Freitag in totale Ernüchterung. Gegen Linz und Neustadt ein mickriges Pünktchen geholt; auf uns kommen harte Wochen zu. Ohne Novocard, dafür mit einem Bier (im Plastikbecher!) verabschieden wir uns aus dem wunderschönen Wiener Neustadt. „Was ist aus uns geworden?!“
Was mit einem grandiosen Freudentanz begann, mündet wie schon letzten Freitag in totale Ernüchterung. Gegen Linz und Neustadt ein mickriges Pünktchen geholt; auf uns kommen harte Wochen zu. Ohne Novocard, dafür mit einem Bier (im Plastikbecher!) verabschieden wir uns aus dem wunderschönen Wiener Neustadt. „Was ist aus uns geworden?!“
Abonnieren
Posts (Atom)