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Dienstag, 15. März 2011

Pao! Christina! Anita! und Bettina!

Oder Mattersburg auswärts. Wir alle, die einen viel zu langen Tag in der Uni, bei der Arbeit oder beim Beerenpflücken verbrachten, waren voller Vorfreude für diesen Dienstagabend. Drei Punkte als Pflichterfüllung, so lautete der Auftrag. Traditionen soll man hegen und pflegen, meinen wir. Getreu dieser Gesinnung, startete der Kreidlbus zum wiederholten Mal unpünktlich wie die Uhr. Ebenso kultig wie traditionell ist unser Parkplatz im Burgenland. In altbewährter Manier ging es rauf auf den Randstein und direkt vorm Eingang der Lila Beute-Filiale wurde gehalten. Hauptsache irgendwo stehen, meinte der Fahrer. Das Spiel war eine einzige Enttäuschung. Boden hin, Boden her, das war zum Genieren. Der Anfang vom Ende war schon die Aufstellung. Nuhiu, der sich logischerweise als großer Spieler auf dem eisglatten Boden schwerer tut als seine Untertanen, war dermaßen abgemeldet, dass ein eingepflanzter Baum a hilfreichere Anspielstation gwesen wär. Hofmann, der noch der Einzige war, der ein bisschen Linie in unser Spiel gebracht hatte, wurde ausgewechselt. Unverständlich! Im Endeffekt warens elf Hilflose, die auf der Bauernwiese herumirrten. Die Kurve quittierte dies entsprechend. Da es bei der Heimfahrt keinen Grund für Lobeshymnen gab, wurden eben Pao! Christina! Anita! und Bettina! besungen. Was bleibt ist die Erkenntnis: Es muss sich was ändern.

Der in der Woche darauf folgende Pflichtsieg gegen Ried ändert nichts an dem immer größer werdenden Unmut der Szene. Doch hier sagen wir nicht zu allem ja und Amen was uns vorgehalten wird. Zu wenige unterscheiden unserer Meinung nach zwischen persönlichen Aversionen gegen die Privatperson Pacult bzw. dessen Vergangenheit und seinen fachlichen Qualitäten als Trainer. Mission 32, wast no? Deswegen sind wir Pacult neutral. Lossts erm arbeitn. Hörtnagels Arbeitsweise ist angreifbarer und auch Teilen von uns ein Dorn im Auge.

Wochenends drauf war Derby. Hoffen, beten, brennen, bastln (Linz-Voodoo Puppn). Ois fia Rapid! Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Sonntag, 26. September 2010

Höhen und Tiefen

Nur wenige Tage nach dem Trip nach Porto ging es im nationalen Cup hart zur Sache. Weniger auf dem Platz als abseits - sollte man meinen. Wir waren nämlich zu Gast am „wunderschönen“ Verteilerkreis um gegen den Nachwuchs der Verseuchten zu bestehen. Weniger Zuschauerinteresse und dementsprechend weniger Exekutive gaben der Partie den gewissen Reiz. So spazierten wir zu siebt die Favoritner Straße hinauf, aber ohne wirkliche Probleme. Erst am Verteilerkreis spürten sich eine Gruppe von zehn bis zwanzig Burschen um uns gefährlich zu drohen. Der Blade von ihnen stolzierte in der ersten Reihe, riss sich sein Leiberl runter und schrie wie eine angesoffene Sau durch die Gegend (im übrigen sah er auch so aus, die schwabbelnden Fettschwaten werden wir glaub ich nie vergessen). Im Endeffekt hatte der Dicke aber nur eine große Klappe, bellende Hunde beißen nicht. Erst als sich die Situation beruhigte, riefen die schmächtigen Begleiter des Bladen im Schutze der Sicherheit uns ganz pöse Ausdrücke an den Kopf. Im Stadion kam dann unsere große Stunde. Unser Fetzen, der erstmals drei Tage zuvor in Porto präsentiert wurde, hatte nun Österreich-Premiere. Man kann sich zwar ein schöneres Stadion vorstellen, aber keine schönere Stadt als unser Wien. Zwar hängte er nur ganz außen, hatte jedoch mehrere Auftritte im TV. Nachdem Gartler Kavlak das Tor weggeschnappt hatte, schien es doch eine lässige Partie zu werden. Die Leistung aber wie schon in den Spielen zuvor grotesk, sodass es nicht einmal gegen den heutigen Gegner reichte. Der Ausgleich war schnell kassiert und bis zum Abpfiff der Verlängerung änderte sich da leider auch nichts dran. Im Elfmeterschießen setzte sich die Erfahrung dann aber durch, lediglich Kayhan verließen die Nerven. Payer hielt den letzten Penalty und bescherte uns im Achtelfinale ein Heimspiel gegen Zweitligist Hartberg.

Die englischen Wochen gehen weiter. Das Auswärtsspiel in Ried stellt für Gruppo Kreidl jedoch eine der schwärzesten Stunden dar. Finanz, Beruf oder Ausbildung machten uns einen Strich durch die Rechnung und so war kein einziger(!) von uns im Innviertel. Ein Novum, das in den vergangenen Spielzeiten nicht vorstellbar war. So verfolgte man von der Couch aus die Partie, die 1:3 verloren ging. Der Abwehrverbund bei allen drei Gegentreffern nicht gerade fehlerfrei, besonders Katzer und Hedl. Vennegoor of Hesselink indes mit seinem ersten Kopfballtor in grün-weiß. Und dem ersten Ermittlungsverfahren. Nachdem in einem Zweikampf mit Lexa dessen Kreuzband gerissen war, nimmt die Rieder Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen gegen den Niederländer auf.

Darüber nicht so ganz freuen, dürfte sich Dieter Elsneg, der in der gestrigen Partie dem Kulovits ebenfalls ein Band riss und womöglich nun auch mit einem Verfahren rechnen wird müssen. Genauso wie überhaupt alle Spieler, die je irgendwann irgendwen auf dem Platz verletzten werden. Ein Glück für Ali Hörtnagel, dass er nicht mehr aktiv ist. Die Steirer gingen wider Erwarten rasch in Führung, nachdem Salihi in Minute Fünf ein Strafstoß verwehrt wurde. Der Albaner sorgte aber nur wenig später für das erwartete Goal. Nach der Pause gingen die Gäste abermals in Führung, Salihi abermals mit dem Ausgleich. Danach drängte Rapid auf das Siegtor, mit Nuhiu und Trimmel kamen ein dritter und vierter Stürmer. 4-2-4-halli-galli-System. Die Kapfenberger setzten aber immer wieder Nadelstiche, sodass auch ein dritter Gegentreffer durchaus möglich gewesen wäre. In der Nachspielzeit aber doch noch die Erlösung, Salihi scheitert noch am Keeper, Jan Vennegoor of Hesselink bugsiert den Abpraller aber über die Line und rutscht in der Folge über den nassen Rasen. Gruppo Kreidl packt’s gar nicht mehr und lässt den angestauten Emotionen freien Lauf. Alle sind am Zaun oben, alle schreien! Ein kleiner Schritt nach vorne, und jetzt kommt Besiktas!

Samstag, 10. April 2010

Von Nic Nacs und Stiegen versetzen

Rasch war die Kutsche dann wieder voll. Standen am Abend vor dem Spiel lediglich der Organisator „Bacefook Reisen GmbH“, Nikolaus Biiier und der Autor fix am Bankett, gesellten sich schließlich die Herren Jolly Brown, der wiedergenese Raffaelo und ein Extrem-Fliesenleger hinzu. Die Kreidelbande leider ein Totalausfall, unsere Brüder waren aber dennoch mit ihren Herzen bei uns. Die wohl schwerste Besatzung in der noch jungen Geschichte von Bacefook-Reisen, geschätzte zweieinhalb Tonnen Beladung (inkl. Bier und Proviant versteht sich), machte sich bereits zeitig auf den Weg nach Ried, weil zwei Drittel der Auswärtsfahrer die Reise ohne Match-Karte antrat. Der Alkohol floss wie immer in Strömen, hier ein dickes Lob an den Fahrer (auch an alle, die bisher die Bürde auf sich genommen haben), der es bis zur letzten Minute nicht immer leicht mit uns hatte, aber stets die Nerven behielt. In Sankt Pölten machten wir dann erstmals Stopp, die erste Urinalpause samt Zigarette, respektive Wundertüte, musste her. Anzumerken ist, jener polnische Kfz-Lenker, der sein Gefährt äußerst ungustiös über zwei Parkplätze abgestellt hatte. Der Versuch den Kleinwagen mit reiner Körperkraft umzuparken, endete beinahe damit, dass wir die Heckschürze in der Hand hielten. Auf weiterer Fahrt wurden pro Kopf knapp vier Liter Bier konsumiert, was in Anbetracht von drei Stunden Fahrzeit, kein schlechter Schnitt ist. Wahrscheinlich liegt darin auch die Erklärung, weshalb wir uns krampfhaft einbildeten bereits bei Linz die Abfahrt zu nehmen. Nach einer halbstündigen Sightseeing-Tour durch die Vororte der Industriestadt, die man, nur mal so angemerkt, nach den zwei Linz-Partie Anfang des Jahres, eigentlich bis mindestens Mitte des Sommers meiden wollte, fanden wir dann doch noch die A25 Richtung Passau. Die überwältigende Freude über unser Orientierungskönnen, oder aber auch der Drang zur Toilette, veranlasste einen unvermeidlichen Stopp am Pannenstreifen, der zum Erleichtern und Schweinzen genutzt wurde – ein Naturschauspiel, welches vorher wohl noch wenige Auswärtsfahrer erlebt hatten! Nach dem ersten Anruf aus einem vorbeifahrenden Auto, „Heast wos mocht’s es do?!“, inklusive schallendem Gelächter, nahmen wir die letzten Kilometer in Angriff. Das vermutete Kartenproblem wurde chillig eine Viertelstunde vor Anpfiff geklärt, sodass alle sechs Mann im Sektor waren und toll supporteten. Entgegen dem Spielverlauf schossen Boskovic und Jelavic eine komfortable Führung heraus, die Hofmann per Elfmeter abrundete. Nach Schlusspfiff wurde im Stadion noch eine halbe Stunde später der erste Sieg auf Rieder Boden seit zwei Jahren gefeiert (für manche von uns war es überhaupt der erste!), ein neuer Stern am Vorsängerhimmel scheint aufgegangen. Leider kam es außerhalb des Stadions noch zu unschönen Auseinandersetzungen mit der Exekutive, wobei auch ein Mann von uns involviert war und so die Stimmung etwas dämpfte. Auf der Heimreise wurde nur noch gechillt! So ist es nicht weiter verwunderlicht, weshalb wir die Wiener Stadtgrenze erst um drei Uhr morgens erreichten.

Montag, 14. Dezember 2009

Mit dem Blick auf die Pause…

Bundesliga, 19. Spieltag
SK Rapid – SV Ried 2:1 (1:0)
Tore
: 1:0 Katzer (2.), 1:1 Burgstaller (47.), 2:1 Salihi (63.)
Die restlichen Daten sind im Winterschlaf! Zu faul zum Raussuchen! Für weitere Informationen zum Spiel verweise ich auf deinen Internetbrowser oder deine örtliche Bibliothek!


Auch im letzten Meisterschaftsspiel für die nächsten zwei Monate zeigte die Mannschaft von Rapid keine spielerische Offenbarung. Ob es jetzt an den Temperaturen knapp unter Null, an den vielen Spielen seit Juli (32) oder am selbstsicheren „Des-is-a-gmahde-Wiesn“-Gefühl lag, der Sieg fiel äußerst knapp aus. Zwar blies Mecki Katzer bereits in der zweiten Minute zum Angriff, lange Zeit blieb es aber bei dem einzigen Tor. Nach dem Seitenwechsel erwischten uns die Rieder ebenso auf dem falschen Fuß, Somas unnötiges Foul an der Strafraumgrenze sowie sein schwaches Stellungsspiel vergeudeten die Führung. Salihi gelang schließlich doch noch nach schönem Hofmann-Gartler-Zusammenspiel der Siegtreffer. Das Spiel war wenig berauschend, wie auch die gesangliche Leistung der Westtribüne. Eh schon wie die letzten Heimspiele gegen Teams aus bäuerlichen Gefilden. Da ist die Motivation wohl nicht ganz so groß wie gegen Aston Villa oder Celtic. Auf den Rängen, wie auf dem Rasen. Gott sei Dank geht’s überübermorgen noch einmal gegen die Bhoys aus Parkhead, noch einmal Motivation pur! Bis Mitte Februar. Gespannt wartet die grün-weiße Seele auch auf lockere Testkickerl mit Opponenten wie Ferencváros oder Ruzemberok. So wie auf die Besäufnisse nach Schlusspfiff, welches am Donnerstag einen göttlichen Ausklang des Fußballjahres 2009 darstellen wird. Prost!

Sonntag, 1. November 2009

Zitterpartie zu Halloween

Rapid - Ried 1:0 (1:0)
Gerhard Hanappi-Stadion, 16.300 Zuschauer, SR Einwaller
Tor
: 1:0 Katzer (12.)
Rapid: Payer; Dober, Soma, Patocka, Katzer, Hofmann, Pehlivan, Boskovic (78. Trimmel), Drazan (59. Kulovits), Jelavic (92. Jovanovic), Gartler
Ried: Gebauer; Stocklasa, Glasner, Burgstaller, Hadzic (76. Huspek), Mader, Schrammel (83. Rajic), Lexa, Drechsel, Nacho, Nuhiu (67. Jonathan)
Gelb: Katzer; Stocklasa, Burgstaller, Schrammel
Gelb-Rot: Huspek (92., Foul)
Rot: Gartler (56., Tätlichkeit)


Bitterkalt war es. Das erste Mal diese Saison. Das Quecksilber um den Gefrierpunkt. Dafür sorgten die zahlreichen Bengalischen Feuer für wohlige Temperaturen auf unserer Westtribüne. Das Match begann rasant, Mecki Katzer mit der schnellen Führung per Kopf, nach Maßflanke von Jürgen Patocka(!). In der Fortdauer ebbte die Partie ab, bis zum Pausentee beide Teams mit jeweils zwei weiteren Chancen, aber keinem Treffer. Im zweiten Durchgang zerpfiff der Tiroler Schiedsrichter immer mehr das Spiel. Gartlers unberechtigter Ausschluss wegen angeblicher Tätlichkeit zerstörte das Spiel komplett. Selbst sein unmittelbarer Gegenspieler Martin Stocklasa meinte später im Interview von Gartlers Platzverweis überrascht gewesen zu sein. Rapid danach nur mehr auf das Verhindern eines Gegentores bedacht, nur mehr mit wenig Drang nach vorne. Die Ränge tobten, die Gäste bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen, der Schiedsrichter alle paar Minuten wegen einer weiteren Fehlentscheidung von den aufgeheizten Fans beschimpft. Die Oberösterreicher kamen während ihrer gesamten numerischen Überlegenheit allerdings zu keiner nennenswerten Torchance. Als Kompensationsleistung stellte Einwaller in der Schlussphase den eingewechselten Huspek mit Gelb-Rot vom Platz. Jovanovic kam für Jelavic als zusätzlichen Defensivakteur, Rapid nun mit keinem nominellen Stürmer mehr. Sekunden nach dem Tausch pfiff der katastrophale Referee die Partie Gott sei Dank ab. Wieder ein knapper Sieg, die Unaussprechlichen mit einer grandiosen 3:4-Niederlage bei den Magnaten und die Tabellenführung bereits in greifbarer Nähe.