Posts mit dem Label Sturm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sturm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 1. März 2012

Gelebte Erinnerungen

Der Boykott ist tot! Lang lebe der Boykott! Langsam geht’s wieder los, auch wenn Repression und Gegenwehr weitergehen. Nachdem in Neustadt nur ein kleines Gruppo war und schließlich auch noch das - auf den Rängen wie am Rasen – stimmungslose Derby vor uns lag, sollte Graz Auswärts wieder ‚eine Auswärtsfahrt, wie sie früher einmal war’ werden. Fetzen, Bengalen, Bier, Chants und unser Bus. Dem ging Tage vor der Fahrt jedoch der Kühler im A. Aus teilweise unerfindlichen Gründen waren am Samstag zum Treffpunkt dann auch nur vier statt deren acht Kreidln am Start. Andererseits wäre es im Polo aber auch etwas eng geworden. So sank das Niveau der Fahrt rapide auf ‚Ried auswärts’, nur mit weniger Zeit zum Tanken. Als unser guter Fetzen im linken oberen Gretzel des Blocks hing, war die Welt aber wieder in Ordnung. Wieso wir mit dem Auto drei Stunden nach Graz benötigten war uns jedoch schleierhaft (insofern ähnelte auch die Fahrzeit derer ins Innviertel)…Die in die Höhe gestreckten Doppelhalter und der Rauch von Bengalen, der dir langsam die Nase hoch wandert und dich glücklich betäubt, lässt einem nach Monaten Pause die Ganslhaut aufstellen. Und auch wenn es ‚nur’ ein Remis wurde, war die Reise nach Graz, zumindest für diese Saison, die bislang schönste!

Mittwoch, 20. April 2011

Wir haben wirklich den Längsten

Für die Partie in Graz waren alle von uns ziemlich motiviert. Unser Haufen blieb aber dann doch recht überschaubar. Obwohl von den sieben, acht Leuten, die regelmäßig fahren, eh fünf dabei waren. Vielleicht lag’s aber auch an der enormen Fußfreiheit die sich im Kreidlmobil plötzlich bot, reiste damit doch nur ein Quartett an. Zum Reden war also kaum jemand da. Also musste man sich mit anderen Dingen beschäftigen. Und weil die ersten Sonnenstrahlen doch etwas wärmten, feuchteten wir vorsichtshalber unsere Kehlen etwas an. Dass wir nicht als das „ultrà-ste“ Gruppo gelten, sollte bekannt sein. Die Lockerheit aber fängt doch etwas an zu frusten. Denn in Graz passierte es nicht das erste Mal, dass der Fetzen nicht hing. Was aber noch hinzu kommt, war die Tatsache, dass ein neuer Doppelhalter präsentiert werden sollte. Was aber auch nicht funktionierte.

Das Wochenende darauf, war dann Graz bei uns zu Gast. Und siehe da, die Kreidln, nicht Kreidls, haben doch etwas Disziplin. Immerhin schafften es drei von uns Plätze bis knapp vor Spielbeginn im Mittelblock zu reservieren. Grund hierfür war eben jener Doppelhalter, der uns von unserem, ja mittlerweile schon Stammplatzerl, zwischen Lions und Garde, in die Mitte zog. „Kämpfe Rapid, kämpfe!“ Leider blieb es beim Wunschgedanken, denn nach der Grazer Führung schien es als war unsere Elf komplett aus dem Takt.

Mit neuem Trainer und neuem Elan ging’s wochenends darauf nach Innsbruck. Unter der Woche tagte allerdings der Kriegsrat um bisserl eine Ordnung in unseren Laden zu bringen. Endergebnis war ein weiterer Doppelhalter, der in der Nacht von Freitag auf Samstag noch gemalt wurde. Knapp hundert fährt unser 9er-Bus, weswegen schon um acht Uhr morgens Abfahrt war, zehneinhalb Stunden vor Anpfiff, unserer notorischen Unpünktlichkeit wegen. Eine spontane Idee im Baumarkt sollte Stunden später für das Highlight sorgen. Eine breite und fette Fahrt war es, mit „Haribo“- und „I wa wo i wü“-Rhythmen; ganz gegen unserer Maxime „Immer zu spät“ kamen wir tatsächlich überpünktlich am Tivoli an, ein Novum! So gut wie das komplette Gruppo war vertreten und wegen der morgendlich Idee g'spannt wie a Gummiringerl. Der Sektor füllte sich schön langsam; bei uns wurde alles vorbereitet. Kurz vor Spielbeginn war’s dann so weit. Die etwa sieben Meter langen Stangen wurden in die Höhe gehievt und über dem Sektor prangte „Über alles Rapid!“. Wir haben wirklich den Längsten! Die Choreo am Spielanfang wurde dann nicht nur mit unserem Riesenteil ergänzt sondern auch noch mit dem anderen Material. Das Spiel nahm seinen gebührenden Lauf. Salihi hätte schon nach wenigen Minuten die Führung machen können, netzte aber wenig später per Elfer. Rapid war klar überlegen. Drazans Schuss bedeutete das 2:0 und ließ unser Mördergerät noch einmal stehen. Hofmanns drittes war Draufgabe. Eine gelungene Auswärtsfahrt wurde mit einem amüsanten Spaziergang zum Bus abgerundet. Irgendwann in der Nacht waren wir dann aber Gott sei Dank wieder in Wien. Einer zuckte dann komplett aus, weil ihm die Fahrerei am Orsch ging, der Rest schlief friedlich weiter - oder tschecherte noch bis fünf in der Früh.

Montag, 15. November 2010

Fünf Watschen für Graz und mitternächtliche Eskalation

Mal werden sie lauter, dann wieder leiser, die „Pacult raus!“-Rufe. Nach dem Remis in Salzburg schien es als ob über Hütteldorf wieder die Sonne aufgehen sollte. Der Start in einen äußerst angenehmen November - nicht nur klimatisch. Sturm Graz, der einzige, der vier „großen“ Vereine, der momentan tatsächlich um die Tabellenführung spielt, wurde daheim souverän mit 3:1 besiegt, obwohl die Anfangsminuten ein noch furioseres Match erwarten ließen. Die Grazer waren mit so vielen Mann wie noch nie nach Wien gekommen; ein Grund warum es auch fantechnisch eine überdurchschnittliche Bundesliga-Partie wurde. Und nach dem Schlusspfiff gab es noch eine nette Begegnung mit ein paar Gästefans. Sonst war es aber ein weiteres unaufregendes Heimspiel.

Genauso auch mittwochs darauf als Zweitligaschlusslicht Hartberg zu Gast in Hütteldorf war; das erste Heimspiel im Cup seit dem Halbfinalsieg gegen den GAK in der Saison 2004/05. Die Stimmung war nicht ganz so gut wie gegen Sturm, aber eh kloa. Der Hartberger Anhang für einen Mittwochabend numerisch überraschend stark und auch mit der einen oder anderen Fackel auffallend. Ungewohnt auffallend auch wieder unsere Stürmer. Nachdem der Gartler schon gegen Sturm doppelt genetzt hatte, sorgten diesmal Salihi(2) und Nuhiu für den lockeren 3:0-Endstand. Wobei es zur Pause noch torlos stand. Die Leistung unserer Vertreter auf dem Platz wieder mit einem Abwärtstrend.

Welcher in Mattersburg prolongiert wurde. Da waren wir mit sechs Mann anwesend, wieder in unserem Old-Style-Bus. Und mit einer Spontanaktion, welche erst nächtens zuvor verwirklicht wurde. Der „Über alles Rapid“-Doppelhalter wurde mit fünf Meter hohen Plastikröhrln in den Nachthimmel gehalten, und selbst manchem Wiffzack blieb die Doppeldeutigkeit zwischen Spruch und Doppelhalterhöhe nicht verborgen. Zudem kam, dass die drei Kreidln, die ihn erstmals präsentierten, mit gesamtem Material unter der Stahlrohrkonstruktion vom benachbarten Sektor in den Gästesektor kletterten; eh kloa, weil sie in Gruppo-Kreidl-Manier mal wieder keine Karten besorgt hatten. Zur Rapidviertelstunde wurde dann noch etwas Pyro angerissen und Nuhius Ausgleich in allerletzter Minute nicht mehr richtig bejubelt. Nach Abpfiff waren sie wieder da, Rufe und Transpis gegen den Trainer. Gruppo Kreidls Abend begann aber erst. Zurück in Wien ging’s prompt ins Casino. Der erhoffte Gewinn schien kurzfristig Realität zu werden. Die Spielsucht überkam den ein oder anderen aber dann doch zu sehr. Im Endeffekt hatten wir gut fünfhundert Eier verspielt, was uns aber nicht daran hinderte noch ein bisserl die Sau raus zu lassen. Offiziell im Floridita bei irgendeiner unnötigen Geburtstagsfeier, die meiste Zeit aber lehnend beim Würstlstandl eine Straße weiter. Dabei kam uns ein Sturm-Schal in die Hände, der einem mutigen Grazer fair…vom Hals gefallen ist. Irgendwann, so nach etwa zehn bis fünfzehn Krügerln, waren wir dann wieder in Transdanubien und so manches Kreidl legte sich um fünf Uhr morgens unfreiwillig auf die Straße.

Sonntag, 8. August 2010

Sofia Schwarzenegger im Figure of Eight

Nachdem man die Bulgaren aus Stara Zagora dienstags locker lässig 3:0 nach Hause geschickt hatte, fieberte ganz Wien der freitägigen Auslosung entgegen. Klingende Namen wie Liverpool, Juventus, Eindhoven, Man City oder Dortmund hätten nach Penzing reisen müssen, im Endeffekt war es ein nicht minder kurioses Los als für den Cup, wo wir nächstes Wochenende gegen unsere eigenen Amateure ranmüssen. Und so verschlägt es uns auch dieses Jahr wieder nach Birmingham, wieder Aston Villa, wieder ins Figure of Eight! Heute stand allerdings noch eine Reise nach Graz auf dem Plan. Gruppo Kreidl entsetzlich schwach mit nur drei Mann am Start – die Patienten müssen fitter werden! Fitter! Erschreckend früh war unser Trio bereits eine halbe Stunde vor Einlass(!) beim Stadion, so früh wie eigentlich noch nie. Die Zeit bis zum Anpfiff verging dennoch wie im Flug, da die Anwesenden wie ein Schas vorm Feuer brannten! Ganz unter dem Motto „Foahr ma drüba üba die Gscherten!“ gestaltete sich auch das Spiel, das auch von der Sturm-Kurve – man muss es gestehen – mit einer Zum-Schmunzeln-findenden Choreo eingeleitet wurde. Danach konzentrierte sich das Geschehen auf dem Platz aber wieder dem unsrigen Leitspruch gerecht zu werden und Rapid dominierte nach belieben. Die drei offensiven Mittelfeldspieler mittlerweile eine Augenweide, soviel Kreativität hat es schon lange nicht mehr bei Rapid gegeben. Und knapp vor der Pause köpfelt der schöne Jürgen zum 1:0 in die Maschen. Im zweiten Durchgang sieht Sonnleitner in seinem ersten Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber glatt Rot, die Zitterpartie sollte nun beginnen. Doch Sturm hatte unserer kompakten Defensive kaum was entgegenzusetzen und so assistierte der umfunktionierte Dober Jelavic zum 2:0-Endstand. Party in grün-weiß! Solche Krisen hat man gern! Die Rapid Wien ist wieder da! Nach Abpfiff sollten ein paar Grazer noch versuchen den Gästesektor via Spielfeld zu betreten, wurden aber unlustigerweise vom Ordnerdienst gestoppt. Was auf dem Weg zwischen Stadion und Bahnhof noch so passierte, entzieht sich unserer Kenntnis, da war Gruppo Kreidl schon wieder beim nächsten Bier. Und morgen, Samstag und in zehn Tagen werden noch einige folgen – besonders in zehn Tagen dann!

Dienstag, 11. Mai 2010

Aller Tage Abend?

Mit einem 4:1-Erfolg über Sturm verabschiedete sich die Mannschaft im letzten Heimspiel der Saison von den Tribünen in Wien-Hütteldorf, und der Pacult per Stinkefinger von der Brigitte. Und weil die Hurnbuam (© Kreidlbande) an diesem sonnigen Mainachmittag in Salzburg in allerletzter Minute gewannen, wird die Meisterschaft am letzten Spieltag noch mal so richtig spannend. Denn nun haben alle drei da vorne Chancen auf den Titel. Als ich die Nachricht vom 0:1 in Salzburg hörte, war die Freude über unseren Sieg und der sehr sicheren grün-weißen Torschützenkrone (der ersten seit Rene-Wagner-Goal) dahin. Hunderte Gedanken gingen mir durch den Kopf. Und sollen mich noch bis Donnerstagabend plagen. Eine Achterbahn der Gefühle, Nervosität, Angst, Enthusiasmus, alle zehn Minuten eine andere Welt. Die Wahrscheinlichkeiten sind so verteilt, dass alles passieren kann. Der sicher scheinende Vtk-Heimsieg gegen Ried, kann prompt in ein Remis kippen, das ihnen nicht reichen würde. Und die Dosen haben in Graz sowieso den stärksten Gegner. Naja, und unsere Vorstellungen in Mattersburg waren seit jeher nennen wir’s mal mau. Druck haben wir jedenfalls den geringsten, von den Dosen erwartet es sich ein jeder, zumal sie gewinnen müssen, da die Rieder Niederlage sicher scheint. Und die Unaussprechlichen müssen gewinnen, weil ihnen ein Punkt nicht reicht. Ich sag’s mal so, rational betrachtet, ist unsere Quote am niedrigsten, also seid realistisch, versuchen wir das Unmögliche!

Montag, 22. März 2010

30 Seconds to Mars, 4 Stunden nach Graz

Mit zwanzig Minuten Verspätung kam Wittvili Travelling, eine Sektion der Bacefook Reisen GmbH, am Parkplatz in Kagran an um die ersten zwei, der insgesamt drei, Auswärtskreidln (exklusive Fahrer) an Bord des Seat Leons zu bitten. In einer außerordentlichen Abmachung wurde seitens der Passagiere auf zukünftige Entschädigungszahlungen verzichtet, im Gegenzug fiel das Rauchverbot an Board. Dennoch verhielten sich die topmotivierten Kreidln diszipliniert und rauchten sich nur eine einzige Tschick im Gefährt an. Schließlich wurde nach einem dynamischen Fahrmanöver über die Sperrlinie auch der letzte Fahrgast in Altmannsdorf mit leichter Verspätung aufgegabelt. Das Bier floss in der Folge in Strömen, was wahrscheinlich auch der Grund für unsere drei Pinkelstopps war. Und diese wiederum der Grund für unser knappes Zeitfenster (obwohl der Treffpunkt eh schon vier Stunden vor Anpfiff war [offiziell]). Vielleicht war aber auch nur der Weihnachtsmann vorm Grazer Stadion Schuld, der uns etwas ablenkte. Oder auch die Parkplatzsituation. Jedenfalls ließen wir das Auto nach sich endlos ziehender Suche auf einem Feld zurück und bewegten uns Richtung Stadion. Wobei sich die Ortsansässigen als nicht gerade frohlockend über die Wiener Hausfriedensbrecher herausstellten, „geht jo net, doss es eich olle auf mei Föd stöhts!“. Und fünfzehn Minuten vor Anpfiff waren alle vier lads des Gruppo Kreidl und der English Crew tatsächlich im Sektor, obwohl einer noch nicht mal eine Karte hatte. Von wegen „ausverkauft“! Im oberen Teil der Kurve, direkt vor den Lords fanden die Vier sogar Plätze mit optimaler Sicht auf’s Spielfeld, wenn auch mit reichlich Durchzugsverkehr (Welche Idioten holen sich während dem Spiel ein Bier?! Kann man das nicht vorher, in der Pause oder nachher erledigen?!). Zum Spiel selbst sei wie üblich nicht viel gesagt. Beide Mannschaften nicht mit ihrer besten Leistung. Sturm im zweiten Durchgang durch einen Hands-Elfer mit der Führung, Jelavic per Kopf in der Schlussphase mit dem Ausgleich und dem gleichbedeutenden Remis. Nach Abpfiff genehmigten sich die Vierlinge noch ein Bierchen in einer Kneipe vis à vis des Stadions, wobei man dabei freundlich den Kontakt mit vorbeischreitenden Sturm-Passanten pflegte. Um im Anschluss mit gerade einmal zwei Biers an Board die Heimreise nach Wien anzutreten. Wo dann leider nur mehr im Trio eine Alien-Party in Hütteldorf gesprengt wurde und man sich als „Top Boys Vindobona“ verewigte.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Sprachlos.

Bundesliga, 11. Spieltag
Sturm Graz - SK Rapid 1:0 (0:0)
UPC-Arena, 15.323 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Tor: 1:0 Beichler (56.)
Sturm: 4-4-2; Gratzei; Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner, Kandelaki, Hölzl (87. Bukva), Hlinka, M. Weber, Jantscher (78. Prettenthaler), Muratovic, Beichler (92. Feldhofer)
Rapid: 4-5-1; Payer; Dober, Soma, Patocka, Katzer, Hofmann, Heikkinen (11. Kulovits), Boskovic (78. Konrad), Pehlivan, Drazan (63. Salihi), Jelavic;
Gelb: Beichler, Prettenthaler, Schildenfeld; Kulovits, Dober, Pehlivan, Hofmann, Konrad
Gelb-Rot: Jelavic (94., Kritik)


Die Ohnmacht war groß. Sehr groß. Nicht nur die unsrige nach dieser – unglücklich ist kein Ausdruck – Niederlage. Auch der Herr Schiedsrichter muss über die meiste Dauer der Partie in einer Ohnmacht ähnlichen Verfassung über das Spielfeld gejoggt sein. In der Nachspielzeit ein reguläres Rapid-Tor nicht gewertet! Jelavics folgende und auch berechtigte Kritik sogar mit einem Platzverweis abgerundet. Tadellose Leistung Herr Schörgenhofer, ein-wand-frei! Auch acht Verwarnungen, in einer nicht hart geführten, einer normalen Partie, zeugen von egozentrischer Prepotenz des Spielleiters (drei, sowie der Ausschluss allein wegen Kritik). „Es ist schwierig, seine Emotionen zu kontrollieren, wenn man mit einer gewissen Arroganz behandelt wird. Wenn man mit dem Schiedsrichter kein Wort reden kann, wegen einer Frage Gelb bekommt, dann ist das nicht in Ordnung“, bringt Rapid-Kapitan Steffen Hofmann die Schiedsrichterleistung auf den Punkt. Auf den Herr Schörgenhofer im ersten Durchgang fälschlicherweise nicht zeigte und unserem kroatischen Stürmer Nikica Jelavic stattdessen mit der gelben Karte bedachte. Trainer Pacult fand aufmunternde Worte für die Mannschaft, haderte aber einmal mehr mit der inneffizienten Chancenverwertung: „Wir haben heute eine sehr gut aufgelegt Rapid-Mannschaft gesehen, die aufgrund der Chancen in der ersten Spielhälfte in Führung gehen hätte müssen.“ Und bekrittelt ebenfalls den ein oder anderen Pfiff des Schiedsrichters: „Wenn ein klarer Elfmeter und ein reguläres Tor nicht gegeben werden, ist es schwer, in Graz zu gewinnen. Aber noch mehr ärgert mich das bekommene Tor, hier gibt es keinen Unterschied zwischen jungen und erfahrenen Spielern. Die Niederlage ist unverdient.“

Nach nur drei Stunden Schlaf und dem ein oder anderen Bier befand ich mich in überraschend guter Verfassung. Der restliche Rapid-Anhang eher nicht. Eine schwache gesangliche Leistung wurde nur phasenweise zu einer durchschnittlichen. Selbst das Einklatschen der Rapid-Viertelstunde war ziemlich enttäuschend. Das es viele steirische Rapidler gibt wurde dann klar als in unserer Umgebung viele Worte im nicht-Wiener Dialekt gewechselt wurden. Wohl auch der Grund für den miesen Support. Das realistische Gefühl prophezeite Minuten vor dem Abpfiff eine Niederlage, die Hoffnung aber lebte bis zum Schluss. Der Wirbel als „Fußballgott“ Hofmann zum letzten Corner anläuft, war der erwartete Wirbel, wie er das ganze Spiel über hätte sein sollen. Schließlich kommt die Flanke, ein Herumgestochere. Jeder will die entscheidenden Momente mitbekommen, fremde Menschen stützen sich, wollen Blicke in den Strafraum erhaschen, wo ist das Leder? Jelavic, ich glaube Jelavic war’s, steht am Fünfer und bekommt den Ball. Gedankenschnell nimmt er ihn nicht an sondern drückt ihn einfach Richtung Tor. Vorbei an Sturm-Torhüter Gratzei. Tor! Ausgleich! Jubel! 1:1! Doch genauso gedankenschnell, oder etwas langsamer, und unsicherer, bewegte der Linienrichter sein Fähnchen in die Höhe. Abseits! Es folgen Proteste, Jelavic fliegt vom Platz. Schörgenhofer pfeift ab. Gute Nacht.

Samstag, 17. Oktober 2009

Die Leiden des jungen Peters

Die Donnerstags-Meldung, dass Helge Payer fit für Graz sei, war vielleicht etwas überstürzt, Gott sei Dank aber richtig! Noch gestern war unsere Nummer 24 nicht auf dem Trainingsplatz üben, sondern in der Kraftkammer. Vor der heutigen Abfahrt nach Graz, stand der 30-Jährige beim Abschlusstraining aber wieder zwischen den Pfosten. Einem Einsatz in Graz-Liebenau steht also nichts im Wege. Die große Frage, die sich die grün-weißen Anhängerschaft nun stellte war, „Welcher Legionär bleibt zuhause?“.

Auf Grund des Österreicher-Topfes. Dieser zwingt die Mannschaften maximal sechs Ausländer auf dem Spielerbankett zu notieren. Ist es einer mehr, werden Subventionen des Österreichischen Fußball Bundes (ÖFB) für selbiges Quartal eingestellt. Je mehr Österreicher man auf den Spielbericht setzt, desto mehr Gelder erhalten die Vereine. Um Summen, die budgetdeckend wären, handelt es sich allerdings nicht. Ligakrösus Red Bull beispielsweise kann ohne gröbere Auswirkungen auf die Zahlungen aus dem Österreicher-Topf verzichten. Die restliche Liga streift die Gelder aber gerne ein. Auch Rapid. Besonders die letzten Jahre war jeder gewonnene Euro Gold wert. Mit vier Millionen Euro wurden die Altlasten (nicht zu verwechseln mit Schulden!) beziffert. Diesen Sommer gelang es endlich die restlichen Fremdkapitalanteile loszuwerden, die Verkäufe des 50-Tore-Duos Stefan Maierhofer und Jimmy Hoffer brachten knapp sieben Millionen Euro ein. Der unerwartete Aufstieg in die Euro-League-Gruppenphase gegen die unüberwindbar scheinende Hürde Aston Villa, dreimal volles Haus in selbiger Runde gegen den Hamburger SV, Glasgow Celtic und Hapoel Tel-Aviv sowie die beiden 110-Jahre-Jubiläumsspiele gegen Schalke 04 und dem Liverpool F.C. spülten so einiges Geld in die grün-weiße Kassa. Trotz dieser positiv finanziellen Entwicklung möchte Rapid weiterhin nicht auf Zahlungen aus dem Österreicher-Topf verzichten. Warum auch?

So stellt sich für Trainer Peter Pacult die Gretchenfrage, welcher Ausländer in Graz nicht mit von der Partie sein wird. Denn erstmals seit langer Zeit, sind alle sieben sich im Kader befindlichen Legionäre wieder fit bzw. nicht gesperrt. Der montenegrinische Innenverteidiger Milan Jovanovic war lange Zeit verletzt, genauso wie sein Landsmann Branko Boskovic. Fix am Tableau der Norweger Ragnvald Soma, der Finne Markus Heikkinen, der Deutsche Steffen Hofmann, der Albaner Hamdi Salihi und der Kroate Nikica Jelavic. So bleibt eben nur mehr das Montenegriner-Pärchen Boskovic-Jovanovic. Bleibt Jovanovic in Wien, würden sich auf Grund des verletzten Hannes Eders nur noch zwei Stamm-Innenverteidiger im 18-Mann-Kader befinden. Der junge Schößwendter, zu Saisonbeginn aus Vöcklabruck verpflichtet und noch ohne Bundesligaeinsatz, der einzige Ersatz. Wahrscheinlicher also, dass der ehemalige Paris St. Germain-Akteur Branko Boskovic in Hütteldorf verweilt, da mit Steffen Hofmann, Veli Kavlak, Christopher Drazan und dem wiedergenesenen Christopher Trimmel genug Offensivpower im Mittelfeld vorhanden wäre. Viel wurde die letzten Tage gemunkelt, und auch Fußballlehrer Pacult selbst teilte seine Aufstellungssorgen mit. Doch der Coach entschied sich heute Vormittag nach dem letzten Training vor der Abfahrt für die offensive Variante, Boskovic darf mit in die Steiermark, Jovanovic bleibt daheim! Mit ihm der Stürmer Rene Gartler, Rechtsverteidiger Christian Thonhofer und, wie bereits erwähnt, der rekonvaleszente Hannes Eder. Der 18-Mann-Kader für das erste Saisonspiel gegen Sturm (die Begegnung aus der 1. Runde wird am 25. November nachgetragen) um den Anschluss an die Spitze sieht wie folgt aus:

Tor: Helge Payer, Raimund Hedl
Abwehr: Ragnvald Soma, Jürgen Patocka, Christoph Schößwendter, Andi Dober, Markus Katzer
Mittelfeld: Branko Boskovic, Steffen Hofmann, Markus Heikkinen, Yasin Pehlivan, Veli Kavlak, Christopher Drazan, Stefan Kulovits
Sturm: Nikica Jelavic, Hamdi Salihi, Christopher Trimmel, Mario Konrad